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Aus einem Ei wird........ein Vogel.

Ich heisse Alexandros Musewald, bin verheiratet habe drei Kinder und wohne in Athen / Griechenland.

Vögel züchte ich bereits seit 30 Jahren. Angefangen hat alles mit zwei Paaren Zebrafinken, später wechselte ich zu den Sittichen (Wellensittiche und Bourkesittiche). Seit nunmehr drei Jahren widme ich mich den europäischen Vögeln, und hier im Besonderen den Stieglitzen, welche für mich die schönsten Vertreter dieser Gattung sind, aber natürlich ist diese Meinung subjektiv.

Seit 2003 halte ich Stieglitze, aber die Idee Stieglitze zu züchten wurde erst im September 2005 aktuell. Da ich von vielen Vereinskollegen gehört hatte, das die Zucht der Stieglitze zu den nicht einfachen Unterfangen zu zählen ist, besorgte ich mir zunächst entsprechende Zuchtberichte und Artikel. Es folgte dann der Erwerb des ersten Zuchtpaares. Da ich auch nach langem Suchen in Griechenland kein geeignetes Paar finden konnte, kaufte ich ein Paar Carduelis carduelis carduelis von einem Züchter aus Deutschland. Bis heute habe ich zu diesem Zuchtfreund beste Kontakte, und von ihm sehr viel Tipps und Tricks erhalten.

Dann im Dezember 2005, eines Morgens fand ich zu meinem Bedauern den Stieglitzhahn tot am Boden der Voliere. Jetzt kurz vor Beginn der Zuchtvorbereitungen, war ich natürlich am Boden zerstört. Wieder war ich auf der Suche nach geeignetem Zuchtmaterial, und ein weiteres Mal musste ich feststellen, das ich in Griechenland nicht weiterkam. Also wurde der Entschluss gefasst wieder in Deutschland nachzufragen. Allerdings hatte ich aus Erfahrung gelernt. So kam es das ich zu Weihnachten 2005 mit dem bislang schönsten Weihnachtsgeschenk der letzten Jahre nach Hause kam. ( Vielen Dank an meine Frau ) Ich hatte einen neuen wildfarbenen Hahn, ein weiters wildfarbenes Zuchtpaar und einen achat Hahn Spalt Lutino, sowie eine Lutinohenne erworben. So ausgestattet war ich sicher die entsprechende Grundlage für eine Zucht zu besitzen.

Natürlich hatte ich bis zu diesem Zeitpunkt nur eine Zuchtvoliere fertig. Daher musste ich nun zwischen Weihnachten und Neujahr noch zwei weitere Zuchtvolieren für die Stieglitze herrichten, damit die „Weihnachtsgeschenke“ artgerecht untergebracht werden konnten.

Meine Zuchtvolieren

Leider waren die Vögel bezüglich Nachzucht und Nestbau nicht unbedingt meiner Meinung, und bis zum April 2006 passierte zu meiner Enttäuschung NICHTS. Zwar wurde gegenseitig gefüttert und geschnäbelt, hie und da auch mal etwas Nistmaterial in der Voliere verteilt, die Nester wurden jedoch gemieden. Ende April plötzlich wurden jedoch die Nester doch zur Kenntnis genommen und eines der wildfarbenen Paare und auch das Achat/Lutino Paar zeigte Interesse am Nestbau.

Man kann sich Vorstellen wie ich mich freute als ich bei meinen Nestkontrollen, ca. 8 Tage später, im Nest des Mutationspaares 3 Eier und im anderen Nest des wildfarbenen Paares 4 Eier fand. Allerdings wurden alle Erwartungen enttäuscht, als ich feststellte das alle Eier ausnahmslos unbefruchtet waren. Zu diesem Zeitpunkt schwanden für mich alle Hoffnungen auf ein erfolgreiches Zuchtjahr 2006.

Jedoch am 2.Juni 2006, bei einer Nestkontrolle, fand ich wieder 2 Eier in einem Nest des wildfarbenen Zuchtpaares. Wieder begann eine Zeit der gespannten Erwartung.

Nest mit zwei Stieglitzeier
Nest mit vier Stieglitzeier
Stieglitzhenne bebrütet das Gelege
Befruchtetes Ei, zu erkennen an den roten Äderchen.
Dieses Mal brütete die wildfarbene Henne nach dem vierten Ei sehr konstant. Der Hahn sass ständig in Bereitschaft um die Henne zu füttern und zu umsorgen. Am achten Tag des Brütens dann die fällige Kotrolle der vier Eier und ............. drei der vier Eier waren befruchtet. Welch eine Erleichterung !!!

Zwischenzeitlich hatten auch die anderen zwei Paare begonnen sich wieder dem Nestbau zu widmen. Jeden Tag wurden die Raufen für das Nistmaterial neu befüllt. Es kostete alle Mühe die Nester nicht übermässig zu inspizieren, und sich nur auf eine Nestkontrolle alle zwei Tage zu beschränken.

Zwei Tage vor dem Schlüpfen der Nestlinge, also ab dem 11 Tag des Brütens, brachte ich an der Voliere ein Badehaus an, Sodas die Henne ein Bad nehmen konnte. Dies hatte natürlich auch den gewünschten Nebeneffekt, das die Henne mit ihrem feuchten Gefieder die Eier befeuchtete und so die äusseren Bedingungen geschaffen wurden, um ein unproblematisches Schlüpfen der Nestlinge zu gewährleisten.

Am Morgen des 17.Juni. 2006 lagen dann bei der fälligen Kontrolle zwei Nestlinge im Nest, und bis zum Abend schlüpfte der Dritte. Jetzt war natürlich die Frage, wie würden die Eltern die Nestlinge versorgen ? Würde die Mutter entsprechend hudern ? In dieser Situation, macht sich der Züchter meiner Meinung nach die meisten Gedanken.

Schon während Vorbereitung auf die Zuchtsaison und des Nestbaus hatte ich begonnen die Vögel zweimal in der Woche mit Aufzuchtfutter zu versorgen, um sie an dieses zu gewöhnen. Desweiteren wurden ein- bis zweimal die Woche Keimfutter gereicht. Jetzt nach dem Schlüpfen der Nestlinge reichte ich täglich Aufzuchtfutter, Keimfutter und jeden zweiten Tag 4-5 gefrorene Pinkies um die Versorgung der Nestlinge mit Proteinen sicherzustellen. Bei der Gabe von tierischen Proteinen durch Pinkies gehen sicher die Meinungen auseinander, allerdings habe ich mit der Gabe von Pinkies gute Erfahrungen gemacht.

Am dritten Tag nach dem die Nestlinge geschlüpft waren, musste ich den Hahn trennen, da er zu triebig war und die Henne nicht zur Ruhe kommen liess. Daher wurde er in eine kleinere Zuchtbox gesperrt und diese in der Voliere aufgehängt. Nun kehrte wieder Ruhe in der Voliere ein.
Auch die anderen zwei Paare waren nicht untätig geblieben und so waren im Nest des zweiten wildfarbenen Paares 5 Eier und die isabellfarbene Henne, die den Platz der Lutinohenne eingenommen hatte, sass ebenfalls auf 5 Eiern. Alle Eiere befruchtet. So kam nun der Tag der Beringung näher.
Zwei Nestlinge, frisch geschlüpft.
Aus verschiedenen Zuchtberichten hatte ich entnommen, dass es sinnvoll wäre die Ringe mit Hansa-Plast abzukleben, da die Mutter bei ihren Nestkontrollen in den ersten fünf-sechs Tagen sonst geneigt sein könnte die Ringe mit den Nestlingen zu entsorgen. Alles ging gut. Die Mutter fütterte, ohne Hilfe des Vaters, ausgezeichnet und die Nestlinge wuchsen rasch heran.
Nestling Nr.1 mit Ring
Nestling Nr.2 mit Ring
Der Ring wird mit Hansa-Plast beklebt, um die Henne zu "täuschen"
Die Nestlinge leiden immer Hunger, viel Arbeit für die Mutter.
man beginnt nun langsam zu ahnen, was das werden soll.......
Bei dem Mutationspaar Axat/Isabell, schlüpften 5 Nestlinge, allerdings verstarben zwei davon in den ersten drei Tagen. Beim zweiten wildfarbenen Paar starben zwei Embryonen in den Eiern ab, die anderen drei schlüpften jedoch ohne Problem. Letztendlich gelang mir die Zucht von drei achat spalt isabell Stieglitzen und 6 wildfarbenen Stieglitzen in meinem ersten Zuchtjahr mit diesen hübschen Vögeln.
Die Kleinen sind flügge geworden, aber noch werden Sie von den Eltern versorgt.
Sicherlich ist dies nur eine kleine Zusammenfassung der Ereignisse in meinem ersten Zuchtjahr, dennoch bin ich stolz, besonders im Hinblick auf den Beginn der Zuchtsaison.
Musewald Αλέξανδρος ©